Ablauf der Verhaltensprüfung (Wesenstest)

TEIL 1    (auf dem Hundeplatz)

1. Überprüfung des Gehorsams des Hundes

     a.    Unbefangenheitsprobe mit Feststellung der Identität   

     b.    An der Führleine

     c.     In Freifolge

2. Verhalten bei Konfrontation mit unerwarteten Begebenheiten

3. Verhalten des Hundes bei Konfrontation mit Geräuschen

 

TEIL 2    (im freien Feld)

4. Verhalten bei Kontakt mit Personen in Bewegung (Passanten, Jogger, Radfahrer)

5. Verhalten des angebundenen Hundes ohne Halterin / Halter in normalen Kontaktsituationen mit fremden Personen und Hunden.

 

TEIL 3     (Straße)

6. Verhalten im Straßenverkehr oder in einer vergleichbaren Gegebenheit

 

TEIL 4     (auf dem Hundeplatz)

7. Verhalten beim Kontakt mit anderen, auch gleichgeschlechtlichen Hunden

8. Bewertung des Hundeführers während der Prüfung

 

 

Prüfungbeschreibung

 

Geprüft werden Teams aus jeweils einem Hund und einem Hundeführer. Bei der Prüfung sollen mindestens 4 maximal 6 Hunde geprüft werden. Stehen nicht genügend Prüfungshunde zur Verfügung, können auch Teams, die nicht geprüft werden sollen, bei der Gruppenarbeit zum Einsatz kommen. Die Prüfung beginnt mit einer Begrüßung und Einweisung sowie Feststellen der Personalien und Ausfüllen der notwendigen Unterlagen. Anschließend findet die Unbefangenheitsprobe mit Feststellung der Identität des Hundes (Chipkontrolle statt). Bei der Prüfung ist neben dem Prüfer immer ein Helfer (Hundetrainer/in) anwesend.  

 

Als bestanden gilt die Prüfung, wenn der Hund, gemessen an der Reizstärke und der Situation nicht unangemessenes Aggressionsverhalten aufweist. Zeigt er in Bezug auf Aggression in nur einem Prüfungspunkt Abweichungen, so gilt die Prüfung als nicht bestanden.

 

Für Befreiung von der generellen Maulkorbpflicht sind folgende Übungen zu bestehen: 1a, 1b, 2-6

Für Befreiung von der generellen Maulkorb- und Anleinpflicht sind alle Übungen zu bestehen.

Für die Befreiung von Maulkorb und Leine hat der Hund die verlangten Übungen unmittelbar, sicher und zuverlässig auszuführen.

 

Der Hund muss einen guten Gehorsam zeigen, dies bedeutet, dass Kommandos, wie Sitz, Platz, Fuß oder gleichbedeutende, zügig und sicher befolgt werden.

 

 

 

Zu 1.a. Unbefangenheitsprobe mit Feststellung der Identität

 

Die Unbefangenheit des Hundes ist Voraussetzung, um an der Verhaltensprüfung teilzunehmen. Die Identitätskontrolle ist dazu gut geeignet. Sie geschieht dadurch, dass mittels eines Chip-Lesegerätes die Chip- Nummer des Hundes kontrolliert wird. Hundehalter, die ihren Hund im Ausland haben chippen lassen, bzw. einen im Ausland gechipten Hund erworben haben, müssen dafür Sorge tragen, dass ein entsprechendes Lesegerät zur Verfügung steht. Hunde, deren Identität nicht eindeutig feststellbar ist, dürfen nicht an der Verhaltensprüfung teilnehmen. Wird der Chip durch den Prüfer nicht gefunden, so weist dieser den Hundeführer an, die Chipkontrolle selber vorzunehmen. Eine anschließende Kontrolle durch den Prüfer ist dann noch mal vorzunehmen.

 

Es ist verpflichtend, dass der Prüfer den Hund z.B. mit dem Chiplesegerät berühren darf. Fällt ein Hund wegen Mängel in der Unbefangenheit auf, ist der Hund von der Prüfung auszuschließen.

 

  •           Die Überprüfung ist an einem neutralen Ort durchzuführen
  •           Alle Hunde sind einzeln vorzuführen
  •           Die Hunde sind angeleint mit Maulkorb vorzuführen

 

Alle Hunde werden auf diese Weise einzeln geprüft.

 

 

 

Zu 1.b. Überprüfung des Gehorsams des Hundes an der Leine     (Gruppenarbeit)

 

Teil I

Die Hundeführer stellen sich mit ihren angeleinten Hunden im Abstand von ca. 5 Schritten nebeneinander auf. Die Hunde sollen ruhig neben ihren Hundeführern sitzen. Auf Anweisung des Prüfers geht das letzte Team im Slalom an lockerer Leine im Abstand von ca. 2m durch die Reihe der stehenden Teams und schließt sich vor dem vordersten Team im Abstand von ca. 5 Schritten an.

 

Teil II

Auf Anweisung des Prüfers gehen alle Teams an lockerer Leine bei gleichbleibendem Abstand von ca. 5 Schritten im Normaltempo in eine Richtung. Auf Anweisung des Prüfers wendet der 1. Hundeführer in der Reihe und geht der Reihe mit seitlichem Abstand von ca. 2m entgegen und an ihnen vorbei. Dann schließt er im Abstand von ca. 5 Schritten hinter dem letzten Team wieder an.

 

Teil III

Alle Teams gehen in ruhigem Tempo im Abstand von ca. 5 Schritten in eine Richtung. Auf Anweisung des Prüfers überholt das letzte Team die Reihe mit seitlichem Abstand von ca. 2m und schließt sich vor dem vordersten Team im Abstand von ca. 5 Schritten wieder im ruhigeren Tempo an.

 

Teil IV

Ein Team geht durch eine lockere Menschengruppe, bestehend aus mindestens 4 Personen in Bewegung. Der Hundeführer hält in der Nähe einer Person, die dann stehen bleibt. Auf das Kommando zum Hinsetzen setzt sich der Hund neben seinen Hundeführer. Die Menschengruppe bewegt sich auf Anweisung des Prüfers konzentrisch auf das Team zu und geht auf Anweisung des Prüfers wieder auseinander.

 

 

1.c. Überprüfung des Gehorsams des Hundes ohne Leine

 

Teil I

Die Hundeführer stellen sich mit ihren angeleinten Hunden (mit Maulkorb) im Abstand von ca. 5 Schritten nebeneinander auf. Die Hunde sollen ruhig neben ihren Hundeführern sitzen. Auf Anweisung des Prüfers leint der letzte Hundeführer seinen Hund ab und geht im Abstand von ca. 2m durch die Reihe der stehenden Teams und schließt sich vor dem vordersten Team im Abstand von ca. 5 Schritten an und leint seinen Hund wieder an.

 

Teil II

Ein Team geht ohne Leine durch eine lockere Menschengruppe, bestehend aus mindestens 4 Personen in Bewegung. Der Hundeführer hält in der Nähe einer Person, die dann stehen bleibt. Auf das Kommando zum Hinsetzen setzt sich der Hund neben seinen Hundeführer. Die Menschengruppe bewegt sich auf Anweisung des Prüfers konzentrisch auf das Team zu. Der Hundeführer entfernt sich ca. 10-20 Schritte aus der Menschengruppe und ruft seinen Hund auf Anweisung des Prüfers zu sich. Bei seinem Hundeführer angekommen, setzt sich der Hund auf Kommando zum Hinsetzen und wird wieder angeleint.

 

Alle Teams werden auf diese Weise einzeln geprüft.

 

 

Zu 2. Verhalten bei Konfrontation mit unerwarteten Begebenheiten

 

Auf dem Prüfungsgelände spannt eine entgegenkommende Person kurz vor Erreichen eines sich bewegenden Teams einen Regenschirm auf und spaziert weiter. Eine weitere Person lässt im Vorbeigehen einen Schlüssel oder einen Beutel fallen, hebt ihn wieder auf und geht weiter. Eine lallende, schwankende Person kreuzt den Weg des Teams im Abstand von ca. 5m. Zwischen den verschiedenen Reizen sollte das Team jeweils mindestens 10-20 Schritte gehen.

 

Alle Teams werden auf diese Weise einzeln geprüft.

 

 

Zu 3. Verhalten des Hundes bei Konfrontation mit Geräuschen

 

Während des Spaziergangs des Teams auf dem Prüfungsgelände bläst eine Person im Abstand von ca. 2-5m eine Trillerpfeife und schreit einen anderen Menschen an. Eine andere Person wirft einen Beutel mit leeren Blechdosen zu Boden. Zwischen den verschiedenen Reizen sollte das Team jeweils mindestens 10-20 Schritte gehen.

 

Alle Teams werden auf diese Weise einzeln geprüft.

 

 

Zu 4. Verhalten bei Kontakt mit Personen in Bewegung

 

Auf Anweisung des Prüfers begeht ein Hundeführer mit seinem angeleinten Hund einen angewiesenen Abschnitt auf dem Weg. Der Prüfer folgt dem Team in angemessener Entfernung. Der Hund soll an lose hängender Leine willig folgen.

 

Teil I - Begegnung mit Passanten

Auf seinem Weg wird der Hundeführer von einem vorbeilaufenden Passanten (Auftragsperson) geschnitten. Der Hund hat sich neutral und unbeeindruckt zu zeigen. Hundeführer und Hund gehen weiter durch eine aufgelockerte Personengruppe von mindestens 4 Personen, in der eine Person den Hundeführer anspricht und mit Handschlag begrüßt.

 

Teil II - Begegnung mit Radfahrern

Der Hundeführer geht mit seinem angeleinten Hund einen Weg entlang und wird zunächst von hinten von einem Radfahrer überholt, der dabei Klingelzeichen gibt. In einigem Abstand wendet der Radfahrer und kommt Hundeführer und Hund entgegen und fährt an ihnen vorbei. Dabei werden nochmals Klingelzeichen gegeben.

 

Teil III - Begegnung mit Joggern

Der Hundeführer geht mit seinem angeleinten Hund einen ruhigen Weg entlang. Ein Jogger überholt ihn, ohne das Tempo zu vermindern. In einigem Abstand wendet der Jogger und kommt Hundeführer und Hund entgegen und läuft an ihnen vorbei, ohne die Geschwindigkeit herabzusetzen.

 

Es ist statthaft, dass der Hundeführer seinen Hund während der Begegnungen in die Sitz- oder Platzposition bringt.

 

Alle Teams werden auf diese Weise einzeln geprüft.

 

 

Zu 5. Verhalten des angebundenen Hundes ohne die Halterin oder den Halter

 

Der Hundeführer befestigt auf Anweisung des Prüfers die Führleine an einem Zaun o.ä. Der Hundeführer begibt sich außer Sicht in ein Geschäft oder einen Hauseingang. Der Hund darf stehen, sitzen oder liegen. Während der Abwesenheit des Hundeführers geht ein Passant (Auftragsperson) in einer seitlichen Entfernung von etwa fünf Schritten am Prüfungshund vorbei. Danach gehen 2 Passanten mit Hunden an der Leine in einer seitlichen Entfernung von etwa fünf Schritten am Prüfungshund vorbei. Auf Prüferanweisung wird der Hund wieder abgeholt.

 

Alle Teams werden auf diese Weise einzeln geprüft.

 

 

Zu 6. Verhalten im Straßenverkehr oder in einer vergleichbaren Gegebenheit

 

Der Hundeführer geht mit seinem angeleinten Hund an mehreren Autos vorbei. Dabei wird bei einem Auto eine Tür zugeschlagen und das Fahrzeug gestartet. Während Hundeführer und Hund weitergehen, hält ein Auto neben ihnen. Die Fensterscheibe wird herunter gedreht und der Hundeführer um eine Auskunft gebeten. Das Team wechselt mindestens einmal die Straßenseite.

 

Alle Teams werden auf diese Weise einzeln geprüft.

 

 

Zu 7. Verhalten beim Kontakt mit anderen, auch gleichgeschlechtlichen Hunden

 

Mindestens 3 Hunde werden gleichzeitig im Freilauf geprüft. Dazu leinen die Hundeführer die Hunde ab und bewegen sich mit ihnen zwanglos über das Prüfungsgelände. Zuerst mit Maulkorb dann ohne Maulkorb. Nach angemessener Zeit rufen sie die Hunde wieder zu sich und leinen sie wieder an.

 

Alle Teams werden auf diese Weise geprüft.

 

 

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